„Dieser Standort hat sonnige Aussichten“

Oberbürgermeister Manfred Wilde spricht im Interview von einem guten Gefühl für die Gartenschau

Delitzsch. Morgen will das sächsische Kabinett über die Vergabe der Landesgartenschau im Jahr 2015 befinden. Dann wird in Dresden der Ort bekannt gegeben. Beworben hat sich auch die Große Kreisstadt Delitzsch. Ihr Konzept steht unter dem Motto „Stadt-Land-Fluss“. Eine gesamte Region steht hinter der Delitzscher Bewerbung, die zudem von einem Beirat unterstützt wird. Die Kreiszeitung sprach kurz vor der Entscheidung mit dem Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos).

Frage: Delitzsch hat nunmehr seit neun Monaten intensiv an der Bewerbung für die Landesgartenschau 2015 gearbeitet. Wie ist heute Ihr Gefühl, einen Tag vor der Kabinettentscheidung?

Manfred Wilde: Ich habe ein gutes Gefühl, weil wir mehr als nur unsere Hausaufgaben gemacht haben. Unsere schriftliche Bewerbung hat mit Inhalt, Form und einem runden Konzept überzeugt und die Wortmeldungen vieler, vieler Menschen haben zudem gezeigt, dass Delitzsch die Laga durchführen will und auch kann. Der Stadtrat und die Bevölkerung haben deutlich gemacht, dass sie stolz darauf wären, mit dieser Gartenschau in Delitzsch den Freistaat zu repräsentieren.

Apropos – es ist ja die Gartenschau des Landes. Warum ist denn nun gerade Delitzsch prädestiniert, den Freistaat mit dieser Großveranstaltung zu vertreten?

Mit ihren vielen Facetten bietet unsere Heimatstadt einen Querschnitt der Dinge, die für den Freistaat typisch sind: eine solide Finanzpolitik und eine ausgezeichnete Infrastruktur. Zudem sind wir das grüne Schaufenster des Freistaates und bilden das Tor für die Gäste aus Sachsen-Anhalt und Thüringen und die Bewohner des gesamten dicht besiedelten mitteldeutschen Raumes. Dadurch erhoffen wir für uns, aber natürlich auch für den Freistaat eine sehr besucherstarke Landesgartenschau durchführen zu können. Aufgrund unserer geographischen Lage können wir zudem eine Art Schönwettergarantie geben, denn 2010 hatte Delitzsch laut Meteomedia mit 1768 die meisten Sonnenstunden im Freistaat. Dieser Standort hat also sonnige Aussichten. Dass wir nachgewiesenermaßen auch über saubere Luft verfügen, wurde ebenfalls kürzlich vermeldet. Laga 2015 – wo, wenn nicht hier?!

In den vergangenen Monaten wurde die Delitzscher Bewerbung auf einer Welle der Unterstützung aus nah und fern regelrecht getragen. Auch in dieser Zeitung konnte man das seit Wochen verfolgen. Waren Sie eigentlich überrascht, wie viele und welche Menschen sich zu dieser Gartenschau bekannt haben?

Es hat mich nicht verwundert, aber ehrlich beeindruckt, mit wie viel Elan und Optimismus wir als Delitzscher an diese Bewerbung gegangen sind. Die breite Unterstützung durch Kleingärtner, Wirtschaft, Handel, Kulturschaffende, Vereine, Kirchen, Verbände ist bis über die Kreisgrenzen hinausgedrungen und hat dann auch die ehemaligen Delitzscher begeistern können. Dieser Schwung, der im letzten dreiviertel Jahr entstanden ist, ist ein Signal nach Dresden: Hier fiebert eine ganze Region für diese Landesgartenschau und diese Energie, diese Ideen, die Sponsoren und die Weltoffenheit bilden ein Kraftpaket, das nicht zuletzt Sicherheit für das Gelingen einer solchen Großveranstaltung verspricht.

Interview: Frank Pfütze

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