Monatliches Archiv für Januar, 2011

„Dieser Standort hat sonnige Aussichten“

Oberbürgermeister Manfred Wilde spricht im Interview von einem guten Gefühl für die Gartenschau

Delitzsch. Morgen will das sächsische Kabinett über die Vergabe der Landesgartenschau im Jahr 2015 befinden. Dann wird in Dresden der Ort bekannt gegeben. Beworben hat sich auch die Große Kreisstadt Delitzsch. Ihr Konzept steht unter dem Motto „Stadt-Land-Fluss“. Eine gesamte Region steht hinter der Delitzscher Bewerbung, die zudem von einem Beirat unterstützt wird. Die Kreiszeitung sprach kurz vor der Entscheidung mit dem Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos).

Frage: Delitzsch hat nunmehr seit neun Monaten intensiv an der Bewerbung für die Landesgartenschau 2015 gearbeitet. Wie ist heute Ihr Gefühl, einen Tag vor der Kabinettentscheidung?

Manfred Wilde: Ich habe ein gutes Gefühl, weil wir mehr als nur unsere Hausaufgaben gemacht haben. Unsere schriftliche Bewerbung hat mit Inhalt, Form und einem runden Konzept überzeugt und die Wortmeldungen vieler, vieler Menschen haben zudem gezeigt, dass Delitzsch die Laga durchführen will und auch kann. Der Stadtrat und die Bevölkerung haben deutlich gemacht, dass sie stolz darauf wären, mit dieser Gartenschau in Delitzsch den Freistaat zu repräsentieren.

Apropos – es ist ja die Gartenschau des Landes. Warum ist denn nun gerade Delitzsch prädestiniert, den Freistaat mit dieser Großveranstaltung zu vertreten?

Mit ihren vielen Facetten bietet unsere Heimatstadt einen Querschnitt der Dinge, die für den Freistaat typisch sind: eine solide Finanzpolitik und eine ausgezeichnete Infrastruktur. Zudem sind wir das grüne Schaufenster des Freistaates und bilden das Tor für die Gäste aus Sachsen-Anhalt und Thüringen und die Bewohner des gesamten dicht besiedelten mitteldeutschen Raumes. Dadurch erhoffen wir für uns, aber natürlich auch für den Freistaat eine sehr besucherstarke Landesgartenschau durchführen zu können. Aufgrund unserer geographischen Lage können wir zudem eine Art Schönwettergarantie geben, denn 2010 hatte Delitzsch laut Meteomedia mit 1768 die meisten Sonnenstunden im Freistaat. Dieser Standort hat also sonnige Aussichten. Dass wir nachgewiesenermaßen auch über saubere Luft verfügen, wurde ebenfalls kürzlich vermeldet. Laga 2015 – wo, wenn nicht hier?!

In den vergangenen Monaten wurde die Delitzscher Bewerbung auf einer Welle der Unterstützung aus nah und fern regelrecht getragen. Auch in dieser Zeitung konnte man das seit Wochen verfolgen. Waren Sie eigentlich überrascht, wie viele und welche Menschen sich zu dieser Gartenschau bekannt haben?

Es hat mich nicht verwundert, aber ehrlich beeindruckt, mit wie viel Elan und Optimismus wir als Delitzscher an diese Bewerbung gegangen sind. Die breite Unterstützung durch Kleingärtner, Wirtschaft, Handel, Kulturschaffende, Vereine, Kirchen, Verbände ist bis über die Kreisgrenzen hinausgedrungen und hat dann auch die ehemaligen Delitzscher begeistern können. Dieser Schwung, der im letzten dreiviertel Jahr entstanden ist, ist ein Signal nach Dresden: Hier fiebert eine ganze Region für diese Landesgartenschau und diese Energie, diese Ideen, die Sponsoren und die Weltoffenheit bilden ein Kraftpaket, das nicht zuletzt Sicherheit für das Gelingen einer solchen Großveranstaltung verspricht.

Interview: Frank Pfütze

LVZ vom 29. Januar 2011: Eine ganze Region steht dahinter

LVZ Kreiszeitung, 29.01.2011

LANDESGARTENSCHAU 2015

Eine ganze Region steht dahinter

Am Dienstag, dem 1. Februar, entscheidet das sächsische Kabinett über die Vergabe der Landesgartenschau im Jahr 2015. Dann wird in Dresden der Ort bekannt gegeben. Das Delitzscher Konzept steht unter dem Motto „Stadt-Land-Fluss“. Eine gesamte Region steht hinter der Delitzscher Bewerbung, die zudem von einem Beirat unterstützt wird.

Heute meldet sich Annette Stawenow, Religionslehrerin und Frau des Superintendenten, zu Wort. „Vor 15 Jahren zogen mein Mann Christian und ich mit unseren Kindern nach Delitzsch. Seitdem verfolge ich mit Freude, wie diese Stadt sich Jahr um Lahr verschönt“, erzählt die Gartenliebhaberin. „In meiner Freizeit arbeite und erhole ich mich in unserem Pfarrgarten, den ich mit Hingabe pflege und gestalte“, so Stawenow. Und auch ein Rundgang entlang des Wallgrabens mit seinen liebevoll gestalteten Hang-Gärten und den entstehenden Zwingergärten, vorbei am Rosengarten und dem restaurierten Moorbad, gehört für sie zu den gewohnten Spazierrouten.

„Wunderschön, wie die historische Altstadt von solch einem grünen Kleinod ummantelt wird, das so dicht am Zentrum Natur, Ruhe und Erholung bietet“, schwärmt die Religionslehrerin und drückt die Daumen für die Loberstadt.

„Von der Idee einer Landesgartenschau in Delitzsch und dem konkreten Konzept bin ich sehr begeistert. Im Park, wo alte und seltene Bäume Schatten spenden und auch die Sonne genügend Möglichkeiten hat, stelle ich mir entlang der Wege herrliche Beetanlagen vor, die Farbe ins Spiel brächten. Der Mühlgraben, der den Park durchschlängelt, hätte gepflegte Ufer und sauberes Wasser, der ideale Platz für Feucht- und Schattenbeete.“ Weitere positive Effekte brächte die Laga mit sich: „Uns Delitzscher würde dieses Vorhaben motivieren, unsere Gärten, Vorgärten und Wege noch intensiver zu pflegen und zu gestalten, selbst die Hundehalter unter uns würden ihrer Pflicht gewissenhafter nachkommen. Möglicherweise könnten wir in Zukunft sogar einen Tag der offenen Gärten durchführen.“ Zudem könne der Marktplatz wieder zum Leben erweckt werden, „vielleicht mit einem ansprechenden ökologisch geprägten Wochenmarkt von Händlern und Bauern der Region.“ Bei einer Landesgartenschau bekämen die Gäste nach Ansicht Stawenows innerhalb kürzester Wege die schönsten Delitzscher Ansichten zu Gesicht: „Ich wünsche unserer Stadt den Zuschlag.“

Barockschloss mit Gartenausstellung und Plänen für 2015

„Von denen Lustgärten“ nennt sich eine Ausstellung im Museum Barockschloss Delitzsch, die dort am 9. Februar eröffnet wird. Die Gartenkunst des 17. und 18. Jahrhunderts in Mitteldeutschland steht im Mittelpunkt dieser Schau, in der u. a. Kupferstiche der Leipziger Bürgergärten, Nachschlagewerke zur Gartenkunst und Botanik vom 16. bis 18. Jahrhundert, Gemälde, Porzellanplastiken und alte Gartengeräte zu sehen sind.

In der Epoche des Barock wurde zum ersten Mal die Forderung erhoben, die Gartenkunst als eigene Gattung der Kunst anzusehen und den anderen Kunstdisziplinen gleichzustellen. Wichtigste Anforderung war dabei die Schaffung und Inszenierung eines Gesamtkunstwerkes, welches die Macht und Stärke des absolutistischen Fürsten verherrlichen sollte. Aufwändig gestaltete und unter bestimmten Maßgaben geplante Gartenanlagen, sogenannte Lustgärten, begleiteten die Schlossbauten dieser Zeit.
Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Geschichte der Gartenkunst von der Antike bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts und widmet sich im Speziellen den Gestaltungsprinzipien des französischen Gartens. Weiterhin erfährt man Wissenswertes über die Nutzung der barocken Gartenanlagen sowie deren Blumen- und Gehölzbestände. Mit Beschreibungen des Delitzscher und des Merseburger Gartens werden zwei Anlagen des Fürstentums Sachsen-Merseburg näher beleuchtet.

Doch damit hat sich die Gartenthematik für das Museum Barockschloss Delitzsch nicht erschöpft. Museumsmitarbeiterin und Ausstellungskuratorin Isabell Aurin-Miltschus kündigt an: „Das Museum Barockschloss Delitzsch kann 2015 begleitend zur Landesgartenschau die im Jahr 2011 gezeigte Sonderausstellung „Von denen Lustgärten“ weiterführen. Dann könnte sich eine Ausstellung der Zeit der Aufklärung und dem damit verbundenen Wunsch zur naturnahen Garten- und Landschaftsgestaltung widmen. Zum Beispiel der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau würde dann näher betrachtet werden.“

LVZ vom 28. Januar 2011: Eine ganze Region steht dahinter

LVZ Kreiszeitung, 28.01.2011

LANDESGARTENSCHAU 2015

Eine ganze Region steht dahinter

Am Dienstag, dem 1. Februar, entscheidet das sächsische Kabinett über die Vergabe der Landesgartenschau im Jahr 2015. Dann wird in Dresden der Ort bekannt gegeben. Das Delitzscher Konzept steht unter dem Motto „Stadt-Land-Fluss“. Eine gesamte Region steht hinter der Delitzscher Bewerbung, die zudem von einem Beirat unterstützt wird.

Heute melden sich Reinhard Gasch und Sebastian Reichstein vom Gymnasialen Sportverein Ehrenberg Delitzsch zu Wort. „Wir haben eine wunderschöne Altstadt, die vom Wallgraben umgeben ist“, weiß der Kapitän der Zweitliga-Volleyballer zu berichten. Des öfteren flaniert der 30-Jährige mit Freundin Nancy und Kind Lea dort entlang. „Ich wünsche mir, dass Delitzsch den Zuschlag bekommt, denn klar ist auch, dass infrastrukturell noch einiges getan werden muss“, sagt Reichstein, der sich vom Zuschlag sowohl einen positiven wirtschaftlichen Effekt für die Kreisstadt erhofft als auch eine Aufwertung der Grünen Lunge der Stadt.

Für den Gründer des Vereins Reinhard Gasch habe die Stadt schon bewiesen, dass sie große Projekte stemmen kann. „Ohne die großzügige Förderung der Stadt wäre der rasante Aufstieg bis in die zweite Bundesliga nicht möglich gewesen. Delitzsch kann große Herausforderungen erfolgreich lösen“, ist sich Gasch sicher. „Deshalb würden wir uns sehr freuen, wenn der Zuschlag für unsere Stadt positiv entschieden wird. Als Verein werden wir uns in der Vorbereitung und bei der Organisation aktiv einbringen“, fügt der GSVE-Vizepräsident an.